
Die Trocken-Dispergierung ist ideal für trockene, gut rieselfähige und nicht klebende Materialien. Speziell gröberes Material lässt sich hiermit sehr gut und einfach vermessen.
Bei der Trocken-Dispergiereinheit wird das Probenmaterial über eine Vibrationsrinne kontinuierlich der Messzelle zugeführt, durch die hindurch es dann mit einem Luftstrom transportiert, gemessen und anschließend abgesaugt wird. Die benötigten Materialmengen liegen mit etwa 1 - 100 cm3 deutlich höher als bei der Nass-Dispergierung.
Durch eine Hochfrequenz-Zuteilrinne wird das Probenmaterial kontinuierlich über die trichterförmige Öffnung der Trocken-Messzelle transportiert und fällt dann in die eigentliche Dispergierregion. In einer Ringspalt-Venturidüse wird das Pulver beschleunigt, durchfliegt mit hoher Geschwindigkeit den Düsenkanal und die Messung der Partikelgrößenverteilung im Laserstrahl findet direkt dahinter statt. Anschließend passiert es eine Zone mit aerodynamischer Wellenbildung am Düsenaustritt. Die durch die hoch-turbulente Strömung erzeugten starken Scherkräfte sowie Stöße zwischen den Partikeln führen zu einer Zerlegung der Agglomerate. Um speziell weniger hartes Probenmaterial vor einer Zermahlung beim Dispergierprozess zu bewahren wird auf Prallflächen in der Partikelflugbahn verzichtet.
Verglichen mit der Nass-Dispergierung bietet die Trocken-Dispergierung, aufgrund chemisch-physikalischer sowie rheologischer Materialeigenschaften des Probenmaterials, eine nicht ganz so hohe Effizienz.
Einer der größten Unterschiede zwischen Trocken- und Nass-Dispergierung liegt dadurch in dem fast ausschließlich mechanischen Dispergieren im Luftstrom begründet. Ein dadurch sinnvoll abzubildender Partikelgrößenbereich, und die damit verbundene vollständige Primärpartikeldispergierung, liegt für die Trocken-Dispergierung typischerweise bei circa 1 - 10 µm. Je nach Material und Eigenschaften muss dann unterhalb dieser Grenze mit einer nicht vollständigen Dispergierung gerechnet werden. Der Einsatz einer Trocken-Dispergierung kann überall da sinnvoll sein wo eine Nass-Dispergierung in Wasser oder aber Lösemittel ausgeschlossen werden muss.
Der Dispergierdruck lässt sich mit Hilfe von SOPs mit der Software MaS control vorgeben und erfolgt dann automatisch. Messabläufe können somit frei programmiert werden und die gesamte Messung läuft vollautomatisch ab.
Idealerweise wird die Trocken-Dispergiereinheit an eine öl-, wasser- und partikelfreie Druckluftversorgung mit mindestens 5 bar Druck und einer Luftmenge von mindestens 125 l/min angeschlossen. Zur Absaugung des Probenmaterials ist eine externe Absaugvorrichtung notwendig, die als FRITSCH-Zubehör gleich mitbestellt werden kann.
Um die FRITSCH Trocken-Dispergiereinheit zu nutzen, benötigen Sie die ANALYSETTE 22 NanoTec plus Messeinheit (Bestell-Nr. 22.2400.00).
Weitere Detailinformationen zur Messeinheit NanoTec plus erhalten Sie hier.